Festakt zum 20-jährigem Vereinsjubiläum

Viele Vertreter aus Sport, Politik, Verwaltung und Sponsoren kamen zur Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Sportvereins Rot-Weiss Cuxhaven in das Vereinsheim „Sportlertreff“ an der Kampfbahn
Viele Vertreter aus Sport, Politik, Verwaltung und Sponsoren kamen zur Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Sportvereins Rot-Weiss Cuxhaven in das Vereinsheim „Sportlertreff“ an der Kampfbahn

Einige Turbulenzen erlebt
Der Fusionsverein Rot-Weiss Cuxhaven feiert sein 20-jähriges Bestehen / Bewegte Entstehungsgeschichte

von Frank Lütt
CUXHAVEN. Mit viel Prominenz aus Politik, Verwaltung, öffentlichem
Leben und vor allen Dingen Sport feierte am Dienstag der Sportverein
Rot-Weiss Cuxhaven sein 20-jähriges Bestehen. Bei dieser Festveranstaltung im „Sportlertreff“ an der Kampfbahn wurde mehrfach darauf hingewiesen, wie schwierig die Entstehungsgeschichte
war.
Vorsitzender Jürgen-Wilhelm Sparnicht begrüßte die Gäste. Als
besondere Wertschätzung empfand er unter anderem, dass neben
OB Arno Stabbert auch die drei Bürgermeister Albrecht Harten,
Bernd Luetgebrune und Bernd Jothe erschienen.

 

„Fußball an erster Stelle“ Ehrenvorsitzende Marga Ohse ging auf die Entstehung des Vereins ein. 1989 sei das Gerücht herumgegangen,
dass die drei Vereine Cuxhavener SV, Brockeswalder SV und Eintracht Cuxhaven die Fußballabteilungen zusammenführen wollten. Ohse: „Es
ging aber um alle Abteilungen, auch wenn Fußball immer an erster
Stelle stand, denn jeder Verein hatte gute Spieler, aber keine herausragende Mannschaft.“
Der Prozess sei von der Stadt Cuxhaven unter der Federführung des damaligen Oberbürgermeisters Albrecht Harten begleitet worden. Im Fusionsausschuss wirkten an der Spitze Bernd Luetgebrune und der damalige Sportreferent Friedel Rühmkorf.

Im November 1989 sei die Fusion auf dem Papier perfekt gewesen, so
Ohse, aber: „Dann mussten wir die Mitglieder von dem Konzept überzeugen.“ Als CSV-Vorsitzende sei sie sogar bei einigen Mitgliedern
zu Hause erschienen.
Am 8. Februar bestimmten die drei Vorstände jeweils neun Delegierte,

die dann am 23. Februar bei der Gründungsversammlung Rudi Heinisch (Eintracht) zum Vorsitzenden und Lothar Haas (BSV) sowie Marga Ohse (CSV) zu Stellvertretern wählten.
BSV musste nachsitzen
Nun musste aber noch die Hürde genommen und die Auflösung der

bisherigen Vereine beschlossen werden. Während am Jahnplatz und an der Kampfbahn der Beschluss gefällt wurde, dauerte es nach dem ersten gescheiterten Versuch Anfang April noch einen Monat.
„Es ging turbulent weiter“, leitete mSparnicht seine Betrachtungen
des 20-jährigen Vereinslebens ein. Mitte Januar 1991, einen Tag vorher hatte die heutige Vereinswirtin Sofia Sehlmeyer den Sportlertreff
übernommen, löste ein defekter Kopierer einen Brand im Kabinentrakt aus. Erheblicher Sachschaden entstand.

1992 trat zunächst der Vorsitzende Heinisch aus gesundheitlichen Gründen und ein Jahr später der Stellvertreter Haas zurück.
Finanzielle Schieflage
Der Verein geriet in finanzielle Schieflage. Einer der Gründe sei die falsche Einschätzung der Mitgliederzahl gewesen. Sei man anfangs
von 2000 oder mehr ausgegangen, hieß es dann noch 1900 oder mehr. Die erste genaue Zahl gab es bei der Versammlung am 25. Mai 1993. Marga Ohse, die damals zur Vorsitzenden gewählt wurde, verkündete die Zahl von1695 Mitgliedern.
Negativ habe sich der Verlust der Sportkegler, der American-Footballer und der Volleyballer ausgewirkt. Auch die Neugründung
von Eintracht Cuxhaven habe 2001 Auswirkungen gehabt,
so Sparnicht, der aber auch Erfreuliches berichten konnte, wie
den Zuwachs durch eine Hockeyabteilung und die Rückkehr der
Basketballspieler.

Vom Profi- zum Breitensport

 

Rot-Weiss Cuxhaven ist der Stammverein für die Cuxhaven BasCats von Anfang an. Als Rot-Weisse stiegen die Korbjäger im Jahr 2003 und 2004 von der 2. Regionalliga bis in die 2. Bundesliga auf, wie RW-Vorsitzender Jürgen-Wilhelm Sparnicht anlässlich der Festveranstaltung zum 20-jährigen Vereinsbesteh betonte.
Die Profi-Mannschaft musste zwar rechtlich ausgegliedert werden
aus dem Verein, aber bei der Vergabe der Lizenz sei RW wieder
gefragt. Denn die BasCats müssen unter anderem eine bestimmte
Anzahl von Jugendmannschaften nachweisen. Die Abteilung insgesamt
befinde sich im Aufschwung.


Sparnicht bedauerte lediglich, dass der Fokus bisher nur auf männliche Sportler gerichtet sei.
Ein herausragendes Ereignis für RW ist seit 1999 das Leichtathletik-
Sportfest „Weltklasse hinterm Deich", bei dem der Verein nun schon zehn Mal Ausrichter gewesen sei. Dadurch und durch das große Engagement von Trainer Hannes Mahler hätten sich die Leichtathleten mit 121 Mitgliedern zur zweitgrößten Abteilung im Verein entwickelt.
Beim Fußball habe es Startschwierigkeiten gegeben. 1990 in der Bezirksoberliga angefangen, fand sich die erste Herrenmannschaft
1993/94 in der Bezirksklasse wieder. Wie Sparnicht berichtete, habe sich dann eine Idee von Enak Ferlemann, nämlich den Leistungsfußball (1. und 2. Herren und A-Jugend) als eigene Abteilung zu führen und durch den Förderkreis zu unterstützen, bezahlt gemacht.
Mit dem Trainer Bernd Grundmann folgten Aufstiege bis 2007 in die Niedersachsenliga. 2009 gelang mit dem neuen Trainer Carsten Huning der erneute Aufstieg auf dieses Niveau, mittlerweile heißt die Spielklasse Oberliga, Ziel ist der Gewinn des Bezirkspokals.
Die Zusammenarbeit mit benachbarten Vereinen sei verbessert worden. So gibt es beispielsweise Spielgemeinschaften beziehungsweise Kooperationen unter anderem mit Spieka, Sahlenburg und Nordholz. Und auch mit anderen Vereinen seien sinnvolle Vereinbarungen getroffen worden.
16 Abteilungen, von der Herzsportgruppe bis zu den ambitionierten
Hochleistungssportlern, gibt es aktuell. Dass Rot-Weiss mittlerweile „finanziell ein erfreulich gesunder Verein" sei, verdanke man auch den viele Förderern und Sponsoren, dankte Sparnicht.

 

Oberbürgermeister Arno Stabbert überbrachte Grußworte

 „20 Jahre für einen Sportverein sind eigentlich nicht viel“, so Oberbürgermeister Arno Stabbert, aber: „Die drei beteiligten
Vereine, die sich damals an der Fusion beteiligten, blicken schon auf eine sehr lange Tradition zurück.“
Anhand der Startschwierigkeiten des Sportvereins Rot-Weiss Cuxhaven, die die Ehrenvorsitzende Marga Ohse beschrieben hatte
werde deutlich, dass der im Sport beschworene Teamgeist häufig
nur so lange bestehe, bis es um die Interessen des eigenen Vereins
gehe, so Arno Stabbert.  Das Stadtoberhaupt bescheinigte Rot-Weiss einen „tollen Mix an Sportarten“ – vom Profi- bis zum Gesundheitssport.
Profisport sei nicht alles, Breitensport sei noch wichtiger auch aus präventiven Gründen, er leiste viel für das gesellschaftliche Leben.
Hans-Volker Feldmann, stellvertretender Landrat, spielte auf
die schwierige Anfangsphase des Vereins an: „Aus schweren Geburten
entstehen manchmal die schönsten Kinder.“ Der Repräsentant
des Landkreises Cuxhaven, der selbst früher als Otterndorfer
Leichtathlet häufig auf der Kampfbahn war, betonte, dass die
Geselligkeit unter den ehrenamtlich Tätigkeiten eine besondere ist.
KSB und SiC gratulieren
Wie schwierig Fusionen sind, weiß Harald Graw. Der Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB) Cuxhaven sprach aus der Erfahrung, als 2001 die drei Sportkreise Wesermünde, Cuxhaven und Hadeln auf Bestreben des Landessportbundes ihre Vereinigung vollzogen. „Auch das war
nicht einfach“, so Graw.

Bernd Zimmermann, kommissarischer Vorsitzender von Sport in Cuxhaven (SiC), hob seine Freude darüber hervor, dass der Verein mittlerweile auf einem festen Fundament stehe.
Das „re-jan-duo“ spielte
Die Festveranstaltung von Rot-Weiss Cuxhaven wurde übrigens
musikalisch umrahmt vom „rejan-duo“. Reginald Thompson und Jan Richert intonierten dem Anlass entsprechend unter anderem
„We are the Champions“ auf den Instrumenten Gitarre und
Klarinette. (flü)